01.04.2026

Posterpreis für Hannah Wegner von der Jahrestagung des DZIF und der PEG

Am 23. und 24. Februar 2026 fand im Maritim Hotel Bonn die gemeinsame Jahrestagung des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) und der Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Infektionstherapie (PEG) statt.

Neben zahlreichen Vorträgen zu Infektionskrankheiten, neuen Vakzinierungs- und Behandlungsstrategien, Fortschritten und Problemen in der Medikamentenentwicklung und klinischen Studien, sowie neu auftretenden Resistenzen gegen vorhandene Antibiotika, konnten die Teilnehmer sich auch in der gleichzeitig stattfindenden Industrieausstellung über neue Produktentwicklungen und Innovationen verschiedener Firmen informieren. Ebenso gab es im Laufe der Tagung zwei Postersessions mit mehr als 200 ausgestellten Postern, welche alle Themengebiete von Bakterien- Viren- und Parasiteninfektionen, aktueller Antibiotikaentwicklung, bis hin zur Immunologie und Grundlagenforschung umspannten. Hier konnten sich die Teilnehmer über die verschiedensten Fragestellungen direkt bei den Forschenden informieren, Fragen stellen und sich über die neuen Entwicklungen und Ideen austauschen.

Unter allen Postern wurden die besten fünf durch die Stimmen aller Konferenzteilnehmer gewählt. Zu den Gewinnern zählt Hannah R. Wegner, Doktorandin am Institut für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Parasitologie (IMMIP) in der Arbeitsgruppe von Professor Marc Hübner. Ihr Poster mit dem Titel „Vaccine adjuvants can improve oxfendazole efficacy in the Litomosoides sigmodontis

filarial rodent model” wurde mit einem der Posterpreise des DZIF/PEG für ihre wissenschaftliche Leistung ausgezeichnet. In ihrer Doktorarbeit beschäftigt sie sich mit neuen Behandlungsstrategien gegen Filariosen, Infektionen mit Fadenwürmern welche zu den vernachlässigten Tropenerkrankungen zählen, welche Millionen von Menschen betreffen und bis heute nur unzureichend behandelbar sind. Unter anderem untersucht sie die Kombination aus dem neuen makrofilariziden (direkt gegen die adulten Würmer gerichteten) Wirkstoff Oxfendazol, welches derzeit im Rahmen einer EU-geförderten Studie (eWHORM – enabling the WHO Road Map ewhorm.org) in Phase II Humanstudien getestet wird, und verschiedenen Adjuvantien, Immunstimulantien welche eigentlich in Impfstoffen zur Verbesserung der Impfstoffwirkung genutzt werden. Da die Wirkung von Oxfendazol das Immunsystem benötigt, könnte eine gezielte Stimulation des Immunsystems zu einem verbesserten Behandlungserfolg führen. Genau einen solchen Booster-Effekt durch Verwendung von verschiedenen Vakzine-Adjuvantien konnte in dem

Litomosoides sigmodontis Nagetiermodell für Filarieninfektionen die Wirkung des Oxfendazols verbessern und ermöglichte kürzere Behandlungen. Im weiteren Verlauf der Arbeit soll nun der Wirkmechanismus genauer erforscht werden, um diesen Effekt weiter zu steigern.