17.08.2026
NTDs bekämpfen: Von Spitzenforschung zu konkretem Nutzen für die Menschen
Zum Abschluss seiner Sommertour, die ganz im Zeichen des Kampfes gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten (Neglected Tropical Diseases, NTDs) und der öffentlichen Aufmerksamkeit für dieses wichtige Thema stand, besuchte der Bundestagsabgeordnete Sascha van Beek, Vorsitzender des Parlamentarischen Beirats des Deutschen Netzwerks gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten (DNTDs), das Institut für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Parasitologie (IMMIP) am Universitätsklinikum Bonn (UKB).

Foto (c) Winkler, UKB
Empfangen wurde er von Institutsdirektor Prof. Dr. Achim Hoerauf, zugleich Sprecher des DNTDs. Dabei erhielt Sascha van Beek einen unmittelbaren Einblick in die Forschung des IMMIP und in die Frage, wie aus wissenschaftlichen Erkenntnissen konkrete Lösungen für Menschen mit vernachlässigten Tropenkrankheiten werden können. Im Mittelpunkt standen unter anderem die hochaktuelle Forschung zu Filarienerkrankungen wie der Flussblindheit sowie die Entwicklung neuer Behandlungsmöglichkeiten bis hin zu klinischen Studien.
In den Laboren zeigten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, wie die Wirksamkeit potenzieller neuer Medikamente untersucht wird – von hochpräzisen Labortests und diagnostischen Verfahren bis hin zur Bewertung von Behandlungsergebnissen. Der Besuch machte anschaulich, wie anspruchsvoll der Weg von einer vielversprechenden wissenschaftlichen Entdeckung bis hin zu einer Therapie ist, die tatsächlich bei den Patientinnen und Patienten ankommt.
Anschließend ging es in einer lebhaften Diskussionsrunde um den Aufbau wissenschaftlicher Kapazitäten und um bessere Perspektiven für die nächste Generation von Forschenden. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des IMMIP diskutierten gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Teams für Globale Gesundheit und Pandemievorsorge von GIZ und DLR sowie mit internationalen Forschenden aus Nigeria, Togo und Kenia.
Dabei wurde deutlich: Nachhaltige wissenschaftliche Partnerschaften, persönlicher Austausch, Mentoring und der gemeinsame Aufbau von Expertise sind entscheidend, um Forschungskapazitäten dort zu stärken, wo vernachlässigte Tropenkrankheiten weiterhin eine enorme Belastung darstellen.
Prof. Dr. Achim Hoerauf betonte:
„Wir müssen gemeinsam dafür sorgen, dass Forschungsergebnisse die Menschen und Regionen erreichen, in denen sie dringend gebraucht werden. Gleichzeitig profitieren auch wir in Europa ganz wesentlich von der Expertise und dem gemeinsamen Wissen unserer internationalen Partner.“
Der Besuch am IMMIP bildete einen starken Abschluss der Sommertour von Sascha van Beek und machte zugleich deutlich, worauf es im Kampf gegen NTDs ankommt: exzellente Forschung, starke internationale Partnerschaften, engagierte Politik, nachhaltige Finanzierung, moderne Infrastruktur und eine hervorragend ausgebildete nächste Generation von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern.
Am IMMIP kommen diese Elemente täglich zusammen. Das Ziel ist klar: wissenschaftliche Spitzenleistungen in bessere Behandlungsmöglichkeiten und einen nachhaltigen gesundheitlichen Nutzen für Menschen mit vernachlässigten Tropenkrankheiten weltweit zu übersetzen.


