22.09.2026
Wenn die Temperaturen fallen, sinkt auch das Malaria-Risiko
UKB-Experte erklärt, warum weitere Übertragungen unwahrscheinlicher werden – und was Ärztinnen und Ärzte bei ungeklärtem Fieber beachten sollten
Bonn, 18. September 2026 – Die gute Nachricht kommt mit dem Herbst: Mit sinkenden Temperaturen wird auch das Risiko weiterer Malaria-Übertragungen in Deutschland deutlich geringer. Die aktuellen Fälle im Umfeld des Frankfurter Flughafens zeigen jedoch, dass Malaria hierzulande in sehr seltenen Fällen auch ohne vorherige Auslandsreise auftreten kann. Entscheidend ist dann, die Erkrankung rechtzeitig zu erkennen.
„Wir haben es mit einem sehr seltenen Ereignis zu tun, nicht mit einer neuen Alltagserkrankung in Deutschland“, betont Prof. Achim Hörauf, Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Parasitologie (IMMIP) am Universitätsklinikum Bonn (UKB). „Bei hohem, ungeklärtem Fieber kann derzeit auch die Frage wichtig sein, ob sich die betroffene Person zuvor am Frankfurter Flughafen oder in dessen Umfeld aufgehalten hat – selbst wenn keine Auslandsreise vorliegt.“
Eine eingeschleppte Mücke kann ausreichen
Malaria wird nicht von Mensch zu Mensch übertragen. Für eine Infektion ist der Stich einer weiblichen Anopheles-Mücke erforderlich, die den Malariaerreger in sich trägt.
„Eine Mücke kann beispielsweise in einem Koffer, in Kleidung oder anderen Gepäckstücken eingeschlossen sein und auf diesem Weg nach Deutschland gelangen“, erklärt Prof. Hörauf. „In beheizten Bereichen eines Flughafens kann sie zunächst geeignete Bedingungen vorfinden und einige Zeit überleben.“ Entsprechende Erkrankungen werden daher auch als Flughafen- oder „Koffermalaria“ bezeichnet. Eine einzelne infizierte Mücke kann während ihrer Lebenszeit mehrere Menschen stechen und den Erreger dabei übertragen.
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