Institut für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Parasitologie

30. Januar

Welttag der vernachlässigten Tropenkrankheiten

Aktuelles

 

30. Januar – Welttag der vernachlässigten Tropenkrankheiten

Über eine Milliarde Menschen weltweit sind in Gefahr, durch vernachlässigte Tropenkrankheiten (Neglected Tropical Diseases – NTDs) krank, entstellt oder arbeitsunfähig zu werden oder gar daran zu sterben. Insbesondere in den ärmsten Weltregionen, wo sauberes Wasser, sanitäre Einrichtungen und Gesundheitsversorgung für viele Menschen nicht oder nur eingeschränkt zugänglich sind, haben Viren, Bakterien, Parasiten, Pilze oder auch Giftschlangen leichtes Spiel. Die Folge sind schwere Erkrankungen wie Flussblindheit oder Schlafkrankheit, Dengue-Fieber, Lepra oder die Auswirkungen von Schlangenbissen. Da diese Krankheiten Menschen in Industrieländern und auch Reisende selten gefährden, werden sie auch im Hinblick auf Gelder für Forschung und Therapien vielfach vernachlässigt. Afrika gehört zu den Regionen, in denen vernachlässigte Tropenkrankheiten quasi als „Volkskrankheiten“ auftreten. „Sie gehören in den betroffenen Ländern oftmals zu den häufigsten Krankheitsursachen“, sagt der stellvertretende Koordinator des DZIF-Forschungsbereichs Malaria und vernachlässigte Tropenkrankheiten, Prof. Achim Hörauf vom Universitätsklinikum Bonn.

https://www.dzif.de/de/30-januar-welttag-der-vernachlaessigten-tropenkrankheiten

DNTDs fordert einen Aktionsplan zur Bekämpfung von vernachlässigten Tropenkrankheiten

Um vernachlässigte Tropenkrankheiten wirksam zu bekämpfen, brauchen wir sicherere, einfachere und wirksamere Behandlungen, die erschwinglich und für die Menschen verfügbar sind. Wir fordern die Bundesregierung auf, Bemühungen um die Entwicklung und Verbreitung von Diagnosen, Behandlungen und Impfungen zur Bekämpfung von vernachlässigten Tropenkrankheiten stärker zu unterstützen und die gegebenen Zusagen (z.B. anlässlich der Kigali Declaration) in einen Aktionsplan für Forschung und Entwicklung auszuarbeiten und umzusetzen“, erklärt Prof. Dr Achim Hörauf, Sprecher des Deutschen Netzwerks gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten, Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Parasitologie an der Uniklinik Bonn. Weiterlesen...Pressemitteilung des DNTDs

Die Suche nach neuen Behandlungsmethoden gegen Filariose

Seit über 20 Jahren arbeiten Wissenschaftler des IMMIP zusammen mit ihren Kooperationspartnern am Kumasi Centre for Collaborative Research in Ghana (KCCR) an der Entwicklung neuer Behandlungsmethoden für Flussblindheit, auch bekannt als Onchozerkose, und lymphatische Filariose; zwei Krankheiten, die durch Filarienwürmer verursacht werden und in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen eine der Hauptursachen für Behinderungen sind.  Prof. Achim Hoerauf (Direktor IMMIP), Prof. Alexander Debrah und Dr. Linda Debrah (KCCR/ KNUST), gemeinsam mit weiteren Wissenschaftlern aus Bonn: Dr. Ute Klarmann-Schulz und Dr. Kenneth Pfarr, haben an klinischen Studien zur Bekämpfung von Flussblindheit und lymphatischer Filariose zusammengearbeitet.

Entwicklung des Antibiotikums Corallopyronin-A gegen Filariosen

Mehr als 72 Millionen Menschen in den Tropen sind mit den Fadenwürmern Onchocerca volvulus bzw. Wuchereria bancrofti und Brugia malayi infiziert. Die Infektion mit diesen Würmern kann bei Betroffenen zu schwerer Dermatitis und Erblindung bzw. zur Elephantiasis führen– eine Krankheit, bei der sich v.a. die Beine extrem vergrößern. Bei Hunden kann ein ähnlicher Parasit die lebensbedrohliche Hundeherzwurm-Krankheit auslösen. Mit dem Naturstoff Corallopyronin A haben Prof. Achim Hörauf und sein Team am Institut für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Parasitologie (IMMIP) des UKB bereits 2009 einen Wirkstoff gefunden, der die langlebigen Würmer abtötet und so die verheerenden Folgen aufhalten bzw. heilen kann. https://www.dzif.de/de/corallopyronin-neues-antibiotikum-gegen-wurminfektionen

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Wenn erst einmal der Wurm drin ist

Kein Wunder, denn allein die 68 Millionen Menschen, die an Elephantiasis leiden, bei der durch Lymphstau Körperteile unheilbar abnorm anschwellen, und jene 21 Millionen mit Flussblindheit leben fast ausschließlich in den entlegensten Gebieten Afrikas und Südostasiens. Das sind Regionen, in denen die Pharmaindustrie keine hohen Gewinne erzielen kann. „Und so kommt es, dass in den letzten 30 Jahren weniger als 0,1 Prozent der neuentwickelten Medikamente gegen Tropenkrankheiten helfen“, sagt Prof. Achim Hörauf. Weiterlesen...

Meeting des EU Konsortiums HELP - Helminth Elimination Platform

am DNDi in Genf am 8. Und 9 November 2022. Der Fortschritt des nun im dritten Jahr befindlichen Projektes wurde mit den Partnern vom Swiss TPH (Basel, Schweiz), DNDi (Genf, Schweiz), Muséum national d'Histoire naturelle (Paris, Frankreich), Ifakara Health Institute (Bagamoyo, Tansania), University of Buea (Buea, Kamerun), Universitätsklinikum Bonn und Elanco (Leverkusen, Deutschland) diskutiert.

 

Code for a Cure: Bekämpfung von Flussblindheit mit Daten und KI

Ein Expertenteam von Capgemini hat in Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Bonn und Amazon Web Services einen Wettbewerb ins Leben gerufen, der ein Modell der künstlichen Intelligenz (KI) weiterentwickelt, das die Durchführung klinischer Studien zur Entwicklung neuer Behandlungsmethoden für Flussblindheit beschleunigen wird. Die Ergebnisse der „Global Data Science Challenge“ sollen die Auswertung klinischer Studien unterstützen, um bessere Behandlungsmöglichkeiten für diese vernachlässigte Tropenkrankheit, von der weltweit über 20 Millionen Menschen betroffen sind, zu finden. Weiterlesen...

 

 

Erste nationale Konferenz über Podokoniose in Kamerun:

Trotz der erheblichen Belastung der öffentlichen Gesundheit, der Morbidität und der Stigmatisierung bleibt die Podokoniose eine Krankheit, für die es kein spezifisches globales Gesundheitsprogramm gibt, so dass die Krankheit nur im Schatten der Programme für lymphatische Filariose oder NTDs der Haut sichtbar ist. Die erste nationale Konferenz wurde daher organisiert, um die Ergebnisse der bisher durchgeführten Arbeiten zu präsentieren Weiterlesen...