Institut für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Parasitologie

Aktuelles

 

Auszeichnung für Medikamenten-Forschung zu Flussblindheit und Elefantiasis

A∙WOL-Team unter Beteiligung des Instituts für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Parasitologie erhält Preis der Royal Society of Chemistry.

 

Das A∙WOL-Team wurde jetzt von der Royal Society of Chemistry für die Entdeckung von potentiell schnell wirkenden, hochspezifischen Anti-Wolbachia-Kandidaten

für die orale Behandlung der menschlichen Filariose mit dem Horizon Prize 2024 ausgezeichnet. Das Team ist eine Kooperation zwischen der Universität Liverpool,

der Liverpool School of Tropical Medicine, dem Imperial College London, dem Universitätsklinikum Bonn (UKB) und der Universität Bonn sowie Industriepartnern

von Astra Zeneca und Eisai Ltd, die viele Jahre von der Gates Foundation gefördert wurde.

Vom UKB und der Universität Bonn werden Prof. Achim Hörauf und Prof. Marc Hübner für ihren Anteil an der Arbeit im Kampf gegen seltene Tropenkrankheiten ausgezeichnet.

 

Lymphatische Filariose (Elefantiasis) und Onchozerkose (Flussblindheit) führen zu schweren Behinderungen und betreffen mehr als 72 Millionen Menschen weltweit. Diese beiden vernachlässigten Tropenkrankheiten werden durch langlebige (10-14 Jahre) parasitäre Fadenwürmer verursacht. So sind allein in Afrika über 21 Millionen Menschen mit dem Fadenwurm Onchocerca volvulus, dem Erreger der Flussblindheit, infiziert. Etwa jeder Zehnte der Betroffenen erblindet. Die Fadenwürmer sind auf eine spezielle Bakterienart, Wolbachia, angewiesen. Diese können mit einem bereits lange zugelassenen Medikament, dem Doxycyclin, eliminiert werden. „Sterben diese Bakterien, stirbt nach ein paar Monaten auch der Parasit“, sagt Prof. Achim Hoerauf, Experte für vernachlässigte Tropenerkrankungen und Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Parasitologie am UKB. Er ist auch Mitglied in dem Transdisziplinären Forschungsbereich (TRA) „Life & Health“ der Universität Bonn. Das Therapieprinzip mit Doxycyclin hat seine Gruppe bereits vor mehr als zehn Jahren in die Therapie der Filariosen eingeführt. „Allerdings schränkt die lange Behandlungszeit von mind. 4 Wochen und die Kontraindikation bei Kindern, Schwangeren und stillenden Müttern den Einsatz von Doxycyclin für die Massenbehandlung ein“, sagt Prof. Marc Hübner, Leiter des Labors für Translationale Mikrobiologie am Institut für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Parasitologie des UKB und Mitglied in dem Transdisziplinären Forschungsbereich (TRA) „Life & Health“ der Universität Bonn.

Mit Corallopyronin A hat das Team um Prof. Hoerauf einen weiteren wirksamen Medikamenten-Kandidaten zur Bekämpfung der Parasiten gefunden, welcher durch Förderung aus dem Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) und dem Japanischen GHIT Fund in den nächsten Jahren in die klinische Prüfung kommen soll. Dabei handelt es sich um das Naturstoff-Antibiotikum Corallopyronin A, bei dem kürzere Behandlungszeiten und wenig Nebenwirkungen erwartet werden.

 

Hoffnung auf neues effektives Wirkprinzip

 

Die gemeinsame Arzneimittelforschung des A-WOL-Teams hat nun zusätzlich zu einem ersten synthetischen Arzneimittel-Kandidaten geführt, der im Vergleich zu den derzeitigen Optionen eine noch kürzere Behandlungsdauer bieten könnte. Das Team hat außerdem weitere vielversprechende Ansatzpunkte für neue Medikamente identifiziert und arbeitet mit Astra Zeneca zusammen, um zu verstehen, wie diese neuen chemischen Klassen Wolbachien in den Würmern eliminieren können. „Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung für unsere gemeinsame Forschung, die einen potentiellen ersten synthetischen Anti-Wolbachia (AWOL)-Wirkstoff-Kandidaten gegen Filarienkrankheiten hervorgebracht hat. Das Prinzip funktioniert und erfordert weitere Optimierung“, sagt Prof. Hörauf und Prof. Hübner ergänzt: „Solche Kandidaten haben das Potential, die Eliminierung der Onchozerkose und lymphatischer Filariose erheblich zu beschleunigen und die Lebensqualität von Millionen von Menschen verbessern.“

 

Prof. Gill Reid, Präsidentin der Royal Society of Chemistry, gratuliert allen Preisträgern in folgendem Video: https://www.youtube.com/shorts/so6l1LLzhXk

 

Mehr Informationen gibt es unter

Royal Society of Chemistry :

https://www.rsc.org/prizes-funding/prizes/2024-winners/a-wol-antifilarial-drug-discovery-team/#undefined 

Universität Bonn :

https://www.uni-bonn.de/de/neues/auszeichnung-fuer-medikamenten-forschung-zu-flussblindheit-und-elefantiasis

Cluster of Excellence ImmunoSensation²:

https://www.immunosensation.de/news/award-for-drug-research-on-river-blindness-and-elephantiasis

Bildunterschrift: Zusammen mit der Universität Liverpool, der Liverpool School of Tropical Medicine, dem Imperial College London sowie Industriepartnern von Astra Zeneca und Eisai Ltd. sind Prof. Achim Hoerauf (re) und Prof. Marc Hübner (li) von der Royal Society of Chemistry mit dem Horizon Prize ausgezeichnet worden. Bildnachweis: Collage / Universitätsklinikum Bonn

5,6 Mio. € Förderung für die Entwicklung des Antibiotikums Corallopyronin A durch den japanischen Global Health Innovative Technology (GHIT) Fund.

Erneut gelingt dem Corallopyronin A Team, unter Federführung von Prof. Dr. Achim Hörauf, das Einwerben einer hohen Fördersumme für die weitere präklinische Entwicklung des Antibiotikums. In Partnerschaft mit der japanischen Pharmafirma Eisai, dem Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung Braunschweig/Saarbrücken und der Universität Bonn hat das Team ein straffes Forschungsprogramm auf die Beine gestellt, um das Corallopyronin A erfolgreich in die klinische Phase 1 zu führen.

Sehen Sie hierzu bitte die weiterführenden Links :

https://www.ghitfund.org/newsroom/press/detail/433/en

 

https://www.dzif.de/en/new-antibiotic-against-river-blindness-and-lymphatic-filariasis-pathogens

 

https://www.uni-bonn.de/de/neues/neues-antibiotikum-gegen-erreger-der-flussblindheit-und-lymphatischen-filariose

 

https://idw-online.de/de/image392518

Tag der Immunologie 2024

Am 27. April war es mal wieder so weit und der jährliche Tag der Immunologie fand am Bonner Münsterplatz statt. Organisiert vom Exzellenzcluster Immunosensation2 waren dieses Jahr auch Doktorandinnen des IMMIP mit dabei und konnten Jung und Alt mit spannenden Einblicken in die Welt der Parasitologie begeistern. Dazu hatten sie informatives Material in Form von Postern, aber natürlich auch Mitmacherlebnisse wie Mikroskope und Parasiten mit dabei. Dabei standen unsere wichtigen Fragen im Fokus: Was sind Parasiten? Was machen sie in unserem Körper? Sind sie wirklich unsere Feinde? Was können wir von ihnen lernen?

Manjo, 29. April 2024

In der letzten Aprilwoche 2024 stand Kamerun im Mittelpunkt von eWHORM, als der Projektpartner Universität Buea den ersten LAMP-Assay-Workshop veranstaltete.

Teilnehmer aus der Demokratischen Republik Kongo (DRC), Gabun, Deutschland und der Schweiz trafen sich mit dem Team von Prof. Wanji im Medizinischen Forschungszentrum Manjo, um die Schulung der vor Ort anwendbaren LAMP-Assays für die Diagnose von Onchozerkose, Loiasis und Mansonellose einzuleiten.

Durch diesen praktischen Schulungskurs konnte das Team von Prof. Wanji die Zusammenarbeit mit allen Partnern, die vor Ort und online teilnahmen, verbessern. Als eine Amplifikationstechnik, die keine teure Ausrüstung erfordert, wird die LAMP-Technologie dazu beitragen, die Diagnose der oben genannten vernachlässigten Tropenkrankheiten vor der Validierung in klinischen Studien zu verbessern und damit einen wichtigen Meilenstein für die Ziele des Projekts zu setzen.

 

 

Um mehr über den Fortschritt von eWHORM zu erfahre, besuchen Sie unsere Webseite und lesen Sie den neuesten Newsletter Ausgabe #1

https://www.ewhorm.org/newsletter/eWHORM_Newsletter_Issue1.pdf

 

Vernachlässigte Tropenkrankheiten: Erreger kennen keine Grenzen

Podcast auf Spotify - hier anklicken :

https://open.spotify.com/embed/episode/5vVb0M8g6Sw02TOzaTDQ73?utm_source=generator

 

Im Gespräch mit Dr. Dr. Carsten Köhler, Direktor des Kompetenzzentrums Tropenmedizin der Uni Tübingen, und Prof. Achim Hörauf, Uni Bonn und Sprecher des Deutschen Netzwerks gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten*
1,7 Mrd. Menschen sind weltweit in Gefahr durch vernachlässigte Tropenkrankheiten (NTDs). Und obwohl man NTDs im fernen Ausland vermuten würde, so rückt die Gefahr doch immer näher. Auch in Europa, außerhalb ihrer eigentlichen Ursprungsgebiete, wurden zuletzt vereinzelte Ausbrüche von NTDs erfasst. Weiterlesen

Prof. Hörauf zu Gast als Diskutant bei der Konferenz „Europe 2024“ in Berlin

Vom 19.04.-20.04.2024 fand die Veranstaltung „Europe 2024“ – organisiert von der Zeit, dem Handelsblatt, dem Tagesspiegel und der WirtschaftsWoche – in Berlin statt. Prominente Gäste wie Kanzler Scholz und Wirtschaftsminister Habeck nahmen an den Diskussionen zur Europapolitik angesichts der Ukraine-Invasion sowie am 2. Hauptthema „Gesundheit – wie kann sich die EU für die Zukunft besser aufstellen“ teil

Prof. Hörauf (Direktor des IMMIP) war gemeinsam mit Dr. Gitzinger (Bioversys) als Diskussionspartner zur Masterclass „Innovationsraum Europa: Gemeinsam gegen Antimikrobielle Resistenzen“ eingeladen.  Unter der Moderation von Alexandra-Corinna Heeser wurde über die Entstehung von antimikrobiellen Resistenzen (AMR), deren Auswirkung auf die weltweite Gesundheitsversorgung und die Problematik der fehlenden Entwicklung neuer Antibiotika debattiert. Beide Teilnehmer machten deutlich, dass wir, insbesondere in Europa, den Kampf gegen AMR verlieren, wenn die Politik nicht die Rahmenbedingungen für die bessere Vergütung von Investitionen in neue Antibiotika verbessert und insofern neue Pull-Mechanismen etabliert.

Link zur Berichterstattung der Pharmazeutischen Zeitung: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/wie-koennen-mehr-antibiotika-entwickelt-werden-146361/

Kampf gegen die amerikanische Trypanosomiasis


Die Chagas-Krankheit betrifft nach Schätzungen der WHO etwa 6-7 Millionen Menschen. Prof. Achim Hoerauf, Sprecher des Deutschen Netzwerks für vernachlässigte Tropenkrankheiten und Direktor des IMMIP, war in Machareti, Bolivien, um mögliche Kooperationen im Kampf gegen die Amerikanische Trypanosomiasis zu besprechen.

 

Interview mit die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung ( DSW) und Prof. Hörauf auf twitter

Neglected Tropical Diseases (NTDs), sogenannte vernachlässigte Tropenkrankheiten, ist ein Sammelbegriff für verschiedene Krankheiten, deren Zahl die Weltgesundheitsorganisation WHO derzeit mit insgesamt 21 Krankheiten beziffert. Sie können durch Viren, Bakterien, Parasiten oder auch Pilze ausgelöst werden. Weltweit betroffen sind Millionen von Menschen, vor allem in wirtschaftlich schwächeren Ländern des sogenannten Globalen Südens. Schlechte Hygiene- und Gesundheitsbedingungen sorgen dafür, dass geschätzt eine Milliarde Menschen mit dem Risiko lebt, an einer NTD zu erkranken. Prof. Achim Hörauf ist Professor für Parasitologie an der Universität Bonn, ist Experte für NTDs, im Interview äußert er sich zum aktuellen Stand der Forschung und zu den Auswirkungen des Klimawandels auf die Ausbreitung der NTDs... Weiterlesen.

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Die Suche nach einer neuen Behandlung für Flussblindheit

Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass 1,15 Millionen Menschen ihr Sehvermögen aufgrund von Flussblindheit verloren haben, und 220 Millionen eine vorbeugende Therapie gegen Onchozerkose benötigen. Seit über 25 Jahren führen das Institut für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Parasitologie am Universitätsklinikum Bonn und das Kumasi Centre for Collaborative Research in Tropical Medicine in Kumasi, Ghana, klinische Studien zur Flussblindheit und lymphatischen Filariose durch. Prof. Achim Hoerauf und sein langjähriger Forschungspartner und Freund Prof. Alexander Debrah haben einen kurzen Dokumentarfilm über ihre Arbeit in Ghana gedreht. Der Dokumentarfilm zeigt nicht nur die Arbeit vor Ort, sondern auch das positive Feedback der Gemeindemitglieder. 

Video ansehen

Entwicklung des Antibiotikums Corallopyronin-A gegen Filariosen

Mehr als 72 Millionen Menschen in den Tropen sind mit den Fadenwürmern Onchocerca volvulus bzw. Wuchereria bancrofti und Brugia malayi infiziert. Die Infektion mit diesen Würmern kann bei Betroffenen zu schwerer Dermatitis und Erblindung bzw. zur Elephantiasis führen– eine Krankheit, bei der sich v.a. die Beine extrem vergrößern. Bei Hunden kann ein ähnlicher Parasit die lebensbedrohliche Hundeherzwurm-Krankheit auslösen. Mit dem Naturstoff Corallopyronin A haben Prof. Achim Hörauf und sein Team am Institut für Medizinische Mikrobiologie...Weiterlesen...

 

UKB-Experte Prof. Achim Hörauf ist Redner auf dem Wissenschaftsgipfel anlässlich UN-Generalversammlung

Bonn, 04. September – Prof Dr. Achim Hoerauf, Experte für vernachlässigte Tropenerkrankungen am Universitätsklinikum Bonn (UKB), wurde als Redner für den anstehenden 9. Wissenschaftsgipfel ab 12. September 2023 anlässlich der 78. UN-Generalversammlung in New York City ausgewählt. .. Weiterlesen

 

Code for a Cure: Bekämpfung von Flussblindheit mit Daten und KI

Ein Expertenteam von Capgemini hat in Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Bonn und Amazon Web Services einen Wettbewerb ins Leben gerufen, der ein Modell der künstlichen Intelligenz (KI) weiterentwickelt, das die Durchführung klinischer Studien zur Entwicklung neuer Behandlungsmethoden für Flussblindheit beschleunigen wird. Die Ergebnisse der „Global Data Science Challenge“ sollen die Auswertung klinischer Studien unterstützen, um bessere Behandlungsmöglichkeiten für diese vernachlässigte Tropenkrankheit, von der weltweit über 20 Millionen Menschen betroffen sind, zu finden. Weiterlesen...

 

 

Die 13. Neuauflage des Standardwerks " Infektionstherapie" -

herausgegeben u.a. von Prof. Dr. Achim Hörauf in unserem UKB Newsletter: