Prof. Dr. med. Achim Hörauf                                         
Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Parasitologie

Biosketch_Prof. Hörauf

Foto © Uni Bonn /Volker Lannert

Prof. Achim Hörauf ist Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Parasitologie (IMMIP) am Universitätsklinikum Bonn und Professor für Parasitologie an der Universität Bonn. Er ist ein führender Experte für vernachlässigte Krankheiten, insbesondere Filariosen (durch Filarien (parasitäre Würmer) ausgelöste Krankheiten). Seine Forschung und die seiner Gruppe widmet sich dem besseren Verständnis von Filariosen, indem er die parasiteninduzierte Immunantwort, den genetischen Aufbau, die Entwicklung von Diagnoseinstrumenten und die Entwicklung von Medikamenten untersucht.

 

Entwicklung von Arzneimitteln:

Er und sein Team entdeckten die endosymbiotische Beziehung zwischen Wolbachien (Bakterien) und Filarien sowie deren Bedeutung in der Arzneimittelentwicklung und Immunologie. Eine anschließende klinische Studie bestätigte, dass die parasitären Würmer mit einfach erhältlichen Antibiotika, wie z.B. Doxycyclin, die auf die lebensnotwendigen Wolbachien abzielen, behandelt werden können. Diese Ergebnisse führten zu weiteren klinischen Studien mit anderen bereits registrierten Antibiotika und auch zur Entwicklung neuer Antibiotika gegen Filarien. Weitere Informationen über diese Arzneimittelstudien können über Prof. Höraufs ISRCTN-Register für klinische Studien abgerufen werden.

 

Der Standort Bonn-Köln des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF, www.dzif.de) wird vom IMMIP unter dem Vorsitz von Prof. Oliver Cornely (Köln) und Prof. Hörauf koordiniert. Mit finanzieller Unterstützung durch das DZIF entwickelten Prof. Hörauf und sein Team ein neues Antibiotikum, Corallopyronin A, das sich derzeit in der späten präklinischen Entwicklung befindet. Corallopyronin A ist ein Naturprodukt, das hochwirksam gegen die Endobakterien Wolbachia in Filarien ist und auch gegen multiresistente Staphylococcus aureus Stämme, Rickettsia spp., Chlamydia trachomatis und Neisseria gonorrhoeae wirkt. Prof. Hörauf ist Mitglied des Macrofilaricidal Drug Accelerator (MacDA)-Programms der Gates Foundation, das wissenschaftliche und pharmazeutische Einrichtungen zusammengebracht hat, um neue adultizide  Medikamente zur Behandlung der Filariose zu entwickeln. Darüber hinaus hat er eng mit mehreren Unternehmen (Bayer, Abbvie, Cellgene) zusammengearbeitet, um neue Anthelminthika zu entwickeln. Die Ergebnisse dieser und anderer Projekte führten zu 5 Patentanmeldungen und Patenten für neue Anthelminthika.

 

Beratung für die Politik auf der Grundlage von Forschungsergebnissen:

Prof. Hörauf ist nicht nur aktiv in Lehre und Forschung tätig, sondern engagiert sich auch in der Politikberatung wenn es um von vernachlässigten Krankheiten, insbesondere Filariosen, betroffene Bevölkerungsgruppen und Gemeinden geht. Er war wiederholt Mitglied des WHO Expert Advisory Panel on Parasitic Diseases (Filarial Infections) und hat das Carter Center in Atlanta im Bereich Onchozerkose und das Bundesministerium für Forschung und Bildung (BMBF) im Bereich NTDs beraten.  Er ist derzeit Vorsitzender des Deutschen Netzwerks gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten (DNTDs, www.dntds.de), das als Ansprechpartner der Bundesregierung fungiert und die verschiedenen Ministerien berät, die an der Umsetzung der Verpflichtungen der Bundesregierung im Rahmen der Londoner Erklärung, der G20 und der UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung sowie der globalen Gesundheitsstrategie arbeiten.

 

Internationale Partnerschaften und Kooperationen

Achim Hörauf arbeitet seit mehr als 20 Jahren mit führenden afrikanischen Wissenschaftlern auf dem Gebiet der Filariosen zusammen. Er hat als PI oder Co-PI an zahlreichen klinischen Studien mitgewirkt, die vom BMBF, der EU, der Volkswagen-Stiftung und mehreren Förderungen der Gates-Stiftung finanziert wurden.  Außerdem ist er Co-Direktor eines internationalen Studienkonsortiums, das aus 5 internationalen Gruppen besteht, die von der USAID und dem BMBF finanziert werden und randomisierte klinische Studien (RCTs) zur Rolle der Hygiene und der Doxycyclin-Behandlung bei der Behandlung des Filarien-induzierten Lymphödems und zur Verbesserung des Lebens der von dieser Krankheit Betroffenen durchführen.

Finanzierung:

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF):

  • Naturstoffmedizin: Präklinische Entwicklung von Corallopyronin A, einem Antibiotikum mit Wirkungen gegen würmer, sexuell übertragbare lnfektionen (STls) und Staphylokokken (Corals) - Nicht-GLP präklinischeklinische Studien" Link: BMBF Corals
  • Tackling the Obstacles to Fight Filariasis and Podoconiasis (TAKeOFF) .  Links BMBF TAKeOFF, TAKeOFF NTD
  • Einfluss der Sars-CoV-2 Epidemiologie durch co-Infektionen mit Helminthen in Ghana

Bill and Melinda Gates Foundation:

Deutsche Forschungsgemeinschaft

  • Excellence Cluster ImmunoSensation2 : Exzellenzcluster (ExStra)
  • MAP-TB: Helminth effects on BCG vaccine-induced protection against childhood tuberculosis (TB) as well as TB disease severity and recovery in Ghana and Cameroon Link: DFG: MAP-TB
  • RHINO: Dissecting the effects of filarial-associated immune system modulation on HIV susceptibility: Link DFG -RHINO
  • HO 2009/13-1 DFG project " Determination of the molecular mechanisms supporting the anti-inflammatory properties of IgG4 antibodies in filarial infections" Link: DFG- IgG4 antibodies in filarial infections
  • German African Project: Impact of human filarial infections on the metabolic and immunological profile. Link: DFG-FIMIP

Drugs for Neglected Diseases Initiative (DNDi) : In vivo and in vitro testing of potential macrofilaricidal drug candidates

Deutsches Zentrum für Infektionsforschung (DZIF): Corallopyronin A, TTU 09.822 and 09.914, TTU 09.816)

European Commission Horizon 2020 "HELP Consortium":  HELP,  https://eliminateworms.org/

NRW Ministerium für Kultur und Wissenschaft -  Verbessertes Morbiditätsmanagement bei filarienbedingten Lymphödemen und Hydrozelen Eine Forschungs-/Hochschulkooperation zwischen Nordrhein-Westfalen und Ghana